> 31.7.11 Apostolischer Besuch aus Jerusalem

> 31.7.11 Apostolischer Besuch aus Jerusalem

-Bericht zum Apostolischen Besuch aus Jerusalem von Mönch Simon Can am 31.7.2011 in Delmenhorst-

Seine Hochwürden Mönchspriester Simon Can aus dem St.-Markus Kloster in Jersualem stattet der St.-Johannes Gemeinde apostolischen Besuch ab



Von Matthias Matay Gabriel


Seine Hochwürden Mönchspriester Simon Can aus dem St.-Markus Kloster in Jersualem stattet der St.-Johannes Gemeinde apostolischen Besuch ab

 

 
DELMENHORST. Der gebürtig aus Mzizah¹ stammende Mönchspriester Raban² Simon Can stattete am Sonntag, den 31. Juli 2011 der Aramäischen Gemeinde einen apostolischen Besuch ab. Seine Hochwürden hielt die heilige Messe mit der Eucharistiefeier in der Sprache Jesu auf Aramäisch. Viele Gemeindemitglieder waren bewegt von seiner Predigt, wo er einmal zum Besuch in das heilige Land aufrief: „Jeder von euch sollte einmal in seinem Leben das Heilige Land besucht haben!“ Seine Hochwürden sieht es als Pflicht für jeden Christen an, einmal das heilige Land besucht zu haben und es sei natürlich von hoher Bedeutung auf den Wegen zu gehen, auf denen einmal unser Herr Jesu ging, wie die Geburtstätte, das Grab Christi und die anderen heiligen Orte, wo unser Herr Jesu gepredigt, geheilt und gekreuzigt wurde und auferstanden ist. Aus der Pilgerfahrt nach Jerusalem erhoffen sich die Syrisch-Orthodoxen Christen den Segen Gottes und die Stärkung im Glauben.

Daneben wies er in seiner Predigt auf die Wichtigkeit des Betens hin: „Wenn ihr betet, dann muss das Gebet mit Gott aus reinem Herzen geschehen, ansonsten findet man kein Gehör bei Gott!“ Damit meint er natpürlich das Auskommen und die Liebe zueinander ohne Falsch, Haß und Neid. Zudem rief er auf den christlichen Glauben, das Aramäische -die heilige Muttersprache Jesu und die Aramäische Kultur zu pflegen, bewahren und an die kommenden Generationen weiterzugeben.

Die Gemeinde überreichte eine eigens für das St.-Markus Kloster eingerichtete Kollekte an seine Hochwürden. Danach besuchte Mönch Can nach dem Gottesdienst mehrere Gemeindemitglieder, Kranke und Verwandte, die er lange Zeit nicht mehr gesehen hatte. Danach ging es weiter zu Verwandten nach Leimen bei Heidelberg, von wo er dann am morgigen Dienstag (2.8.11) die Heimreise nach Israel antreten wird.

 

In Jerusalem lebt er asketisch im St.-Markus Kloster, dem Bischofssitz von Patriarchalvikar Mor Severius Malke Mourad, das nach syrisch-orthodoxer Tradition und Überlieferung als die erste Kirche Christi weltweit und auf den Mauern des Hauses der Maria, der Mutter des Evangelisten Markus (Apg 12,12) gebaut wurde. Hier fand auch das letzte Abendmahl Christi statt, hierauf verweist eine christliche Steininschrift in der Kirche hin.

Schlagzeilen machte das Kloster im Jahre 1948 als die Schriftrollen in Qumran gefunden wurden, und durch den damaligen Bischof Mor Athanasius Yeshu Samuel (Metropolit des St.-Markus-Kloster) von  Schuster und Antiquitätenhändlern gekauft wurden. Die Qumran-Rollen wurden dann 1954 für nur 250.000 US-Dollar durch Bischof Samuel, selig sein Andenken, über eine Anzeige im Wall Street Journal an den jüdischen Archäologen Yigael Yadin verkauft, der diese dann dem israelischen Staat zugestiftet hatte. Heute befinden sich die Qumran-Rollen seit 1955 im eigens dafür gebautem Museums "Schrein des Buches" in Jersualem, das zum israelischen Nationalmuseum gehört.

Der Erlös aus dem Verkauf stiftete Mor Athanasius hauptsächlich als Archbishop Athanasius Trust  für wohltätige, kulturelle und religiösen Zwecke. Damit konnte u.a. das syrische Kloster Mor Mattai bei Mosul (Irak), wo der große syrischen Theologe und Philosoph Bar Ebroyo (1226-1286) begraben ist, restauriert, der Bau der drei großen und mit syrischen Kunstmotiven versehenen schönsten Gebäude (Empfangssaal, Bischofs- und Malfono-Räume) sowie der Kirchturm im Kloster Mor Gabriel (Tur`Abdin) vollständig finanziert, ebenso die Gebäude des Priesterseminars Mor Ephrem in Libanon und viele andere Einrichtungen der syrisch-indischen Kirche Indiens gebaut werden.

Adresse des Klosters:

St.-Mark Monastery
Syriac Orthodox Church
PO Box 14069 (Old-City)
IL-91140 Jerusalem (Altstadt)
Israel
Tel:  (+972) 2-628-3304
(+972) 2-628-0621
Fax: (+972) 2-627-7024
Cell: (+972) 544-42 80 30

Fußnoten

 

¹ Nord-Mesopotamisches Dorf, heute Südosttürkei
²Raban=aramäische Anrede für Mönche

 


> Video

 

Nach oben